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3HO
Yogi Bhajan

Bei uns in Deutschland werden viele unterschiedliche Stilrichtungen gelehrt. Dabei gilt: Der Yoga ist wie eine große Sonne und die verschiedenen Stilrichtungen und Traditionen sind ihre Strahlen. Gemeint ist damit, dass die Grundessenz und das Ziel des Yoga immer das gleiche ist. Mein Herz gehört dem Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan, in dessen Tradition ich auch unterrichte.

Die Besonderheiten des Kundalini Yoga liegen in den meist dynamisch ausgeführten Asanas (Körperübungen), dem zentralen Stellenwert der Atmung und der häufigen Verwendung von Mantras (Konzentrationswörter). Es wird auch das „Yoga der Bewusstheit“ genannt, das es sehr viel auf das Erspüren und Fühlen der eigenen Lebensenergie ausgerichtet ist. Eine weitere Besonderheit des Kundalini Yoga ist, dass eine Meditationsübung fester Bestandteil jeder Unterrichtsstunde ist. Das heißt, nicht nur die Arbeit mit dem Körper in den Asanas ist wichtig, sondern auch der Meditation, also dem ruhig werden des Geistes und der Kommunikation mit der Seele, wird viel Raum gegeben.

Durch die zentrale Rolle des Atems ist Kundalini Yoga wunderbar zur Geburtsvorbereitung geeignet, da der Atem in der Bewältigung der Wehenarbeit von immenser Wichtigkeit ist.

Yogi Bhajan war der Yogameister, der Kundalini Yoga in den Westen brachte. Er wurde 1929 in Indien, im Gebiet des heutigen Pakistan, als Sohn einer Arztfamilie geboren und interessierte sich bereits in jungen Jahren für natürliche Heilweisen und Yoga. Er war ein sehr gelehrter, charismatischer Mann. Schon früh wurde er Meister des Kundalini Yoga, Hatha Yoga und Ayurveda, aber auch ein abgeschlossenes Studium der Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften zählt zu seinen Ausbildungen.

Yogi Bhajan kam Ende der 60iger Jahre auf Einladung der Universität von Toronto in den Westen und entschied sich zu bleiben. Er ging in die USA und begann dort, die Menschen in Kundalini Yoga zu unterrichten. Mit dieser Entscheidung machte er sich vor allem in Indien nicht nur Freunde, da diese Lehre bis dahin nur in strenger Linie vom Lehrer auf einen Schüler übertragen wurde und nicht öffentlich gemacht werden durfte.

Er gründete die 3HO, einen gemeinnützigen Verein für die Verbreitung von Yoga in der westlichen Welt. Von den USA aus begann die Verbreitung über die ganze Welt und die 3HO Deutschland feierte im Jahr 2006 ihr 30jähriges Bestehen.

Yogi Bhajan wandte sich in seinen Lehren bewusst ab vom Bild des asketisch in Einsamkeit lebenden Yogis und betonte die Wichtigkeit, die Lehre des Yoga in unser alltägliches Leben zu integrieren. Besonders wichtig war ihm auch immer die Rolle der Frau, die er als Rückgrat der Gesellschaft betrachtete. Das Selbstverständnis der Frau zu stärken lag ihm sehr am Herzen. Er war selbst auch verheiratet und hatte Kinder, was für einen Yogameister eine eher ungewöhnliche Lebensform war.
Ein Zitat von ihm besagt „Die Ehe ist die höchste Form des Yoga“.